Rillenkugellager

Rillenkugellager gehören zu den einfach aufgebauten Wälzlagern und sind auf Grund ihrer vielseitigen Einsatzmöglichkeiten, die am weitesten verbreiteten Wälzlager. Sie sind selbsthaltende Lager und bestehen aus massiven Außen- und Innenringen und einem Kugelkranz. Durch ihre Bauweise mit ihren relativ tiefen Laufbahnen nehmen sie Radial- und Axialbelastungen in beide Richtungen auf und eignen sich hervorragend für hohe Drehzahlen.  Rillenkugellager gibt es in einer Vielzahl verschiedener Ausführungen als einreihige oder zweireihige Lager. Es gibt sie als offene, einseitig oder beidseitig geschlossene Lager.

Merkmale

Rillenkugellager bis Ø 1700 mm

Ausführungen vorzugsweise mit Stahlblechkäfig oder mit Messingkäfig. 

Bei den geschlossenen Ausführungen gibt es standardmäßig zwei Arten der Abdichtung:

  1. Rillenkugellager mit berührenden Dichtscheiben (RS) bieten besten Schutz gegen Verunreinigungen von außen und beidseitig abgedichtete Lager sind lebensdauergeschmiert. Der Reibungswiderstand der berührenden Dichtungen begrenzt jedoch die maximale Drehzahl und die Einsatzgrenze der standardmäßigen Dichtungen liegt bei + 110 °C.
  2. Rillenkugellager mit nichtberührenden Deckscheiben (Z) bieten einen relativ guten Schutz gegen grobe Verunreinigungen von außen. Lager mit beidseitigen Deckscheiben sind vorgefettet und der geringere Reibungswiderstand durch den nichtberührenden Kontakt am Innenring erlaubt im Vergleich zu Lagern mit Dichtscheiben höhere Drehzahlen. Die Einsatzgrenze des standardmäßigen Lithiumseifenfettes liegt bei +110 °C. 

Auf Anfrage können auch Rillenkugellager mit reibungsarmen Dichtungen sowie Sonderabdichtungen (Material FPM, FKM), Spezialschmierstoffen oder besonderer Stromisolierung gefertigt werden.

Die Winkeleinstellbarkeit der Rillenkugellager ist äußerst gering und daher werden Fluchtungsfehler oder Wellendurchbiegungen nur in sehr geringem Maße ausgeglichen. Fluchtungsfehler verringern die Gebrauchsdauer von Rillenkugellagern und führen zu erhöhten Laufgeräuschen. 

Rillenkugellager werden in der Standardausführung mit der Lagerluft normal (C0 oder CN – kein der Lagerbezeichnung angehängtes Nachsetzeichen) gefertigt. Auf Wunsch können auch Lager mit verminderter oder erhöhter Lagerluft gefertigt werden. 

  • C2 Radialluft < CN *
  • C3 Radialluft > CN *
  • C4 Radialluft > C3 *
  • C5 Radialluft > C4 *

* Diese Lagerluftbezeichnungen werden der Lagerbezeichnung als Nachsetzzeichen angehängt.

Rillenkugellager werden mit den Normaltoleranzen (P0) der Radiallager gefertigt. P0 wird bei der Lagerbezeichnung nicht angegeben.
Entsprechend der Anforderung können auf Anfrage auch Lager mit höherer Präzision gefertigt werden.

  • P6 Eingeengte Toleranz *
  • P5 Eingeengte Toleranz *

* Diese Toleranzklassen werden der Lagerbezeichnung als Nachsetzzeichen angehängt.

Rillenkugellager sind in der Standardausführung (S0) so wärmebehandelt, daß sie in der Regel bis max + 150 °C maßstabil sind (bei abgedichteten Lagern ist die max. zulässige Temperatur abhängig von der Fettauswahl und der Materialbeschaffenheit der verwendeten Dichtungen). Bei höheren Betriebstemperaturen sind besondere Wärmebehandlungen erforderlich.

  • S1 Betriebstemperatur max. + 200 °C *
  • S2 Betriebstemperatur max. + 250 °C *
  • S3 Betriebstemperatur max. + 300 °C *
  • S4 Betriebstemperatur max. + 350 °C *

* Diese Temperaturklassen werden der Lagerbezeichnung als Nachsetzzeichen angehängt.

Für den Einsatz in korrosiver Umgebung stehen Rillenkugellager der Baureihen S60, S62, S63, S68 und S69 aus korrosionsbeständigen Stählen zur Verfügung.

Nachsetzzeichen

M Messingmassivkäfig, kugelgeführt.

MA Messingmassivkäfig, aussenringgeführt.

RS Dichtscheibe auf einer Seite. 2RS Dichtscheiben auf beiden Seiten.

Z Deckscheibe auf einer Seite. ZZ Deckscheiben auf beiden Seiten.

N Sicherungsnut.

NR Sicherungsnut mit Sicherungsring. K konisch α = 1/12.