Schrägkugellager

Schrägkugellager sind selbsthaltende Lager und bestehen aus massiven Außen- und Innenringen und Kugelkränzen. Durch ihre Bauweise mit ihren zur Lagerachse zueinander versetzten Laufbahnen nehmen sie gleichzeitig wirkende Radial- und Axialbelastungen auf und sind für hohe Drehzahlen geeignet.

Einreihige Schrägkugellager nehmen jedoch Axialbelastungen nur in einer Richtung auf und müssen zur Aufnahme der entgegensetzten Kräfte gegen ein anderes Lager (in der Regel ein weiteres Schrägkugellager) angestellt werden.

Zweireihige Schrägkugellager nehmen hohe Radialbelastungen und Axialbelastungen in beide Richtungen auf und entsprechen in ihrer Konstruktion gepaarten (O-Anordnung) einreihigen Schrägkugellagern mit dem Vorteil einer schmäleren Baubreite und höherer Steifigkeit.  Der Berührungswinkel (oder auch Druckwinkel) bestimmt die axiale Tragfähigkeit des Lagers und mit Zunahme des Berührungswinkels steigt auch die axiale Tragfähigkeit der Schrägkugellager.

Schrägkugellager gibt es in einer Vielzahl verschiedener Ausführungen als einreihige oder zweireihige Lager in offener oder abgedichteter Ausführung, als Vierpunktlager und als Spindellager für den Werkzeugmaschinenbau.

Merkmale

Schrägkugellager bis Ø 1500 mm Bohrungsdurchmesser.

Ausführungen vorzugsweise mit Stahlblechkäfig, Kunststoffkäfig oder mit Messingkäfig.

Auf Anfrage können auch Schrägkugellager mit Keramikkugeln oder mit Keramikbeschichtung zur Stromisolierung gefertigt werden.

Die Winkeleinstellbarkeit der Schrägkugellager ist äußerst gering und daher werden Fluchtungsfehler oder Wellendurchbiegungen nur in sehr geringem Maße ausgeglichen. Fluchtungsfehler führen zu Kugel- und Käfigbeanspruchungen und reduzieren die Gebrauchsdauer von Schrägkugellagern. Ebenso macht sich eine Schiefstellung der Ringe durch erhöhte Laufgeräusche bemerkbar.

Zweireihige Schrägkugellager werden in der Standardausführung mit der Lagerluft normal (C0 oder CN – kein der Lagerbezeichnung angehängtes Nachsetzeichen) gefertigt. Auf Wunsch können auch Lager mit verminderter oder erhöhter Lagerluft gefertigt werden.

  • C2 Radialluft < CN *
  • C3 Radialluft > CN *

* Diese Toleranzklassen werden der Lagerbezeichnung als Nachsetzzeichen angehängt.

Ein- und zweireihige Schrägkugellager werden mit den Normaltoleranzen (P0) der Radiallager gefertigt. P0 wird bei der Lagerbezeichnung nicht angegeben. Entsprechend der Anforderung können auf Anfrage auch Lager mit höherer Präzision gefertigt werden.

  • P6 Eingeengte Toleranz *
  • P5 Eingeengte Toleranz *

* Diese Toleranzklassen werden der Lagerbezeichnung als Nachsetzzeichen angehängt.

Schrägkugellager sind in der Standardausführung (S0) so wärmebehandelt, daß sie in der Regel bis max + 150 °C maßstabil sind (bei abgedichteten Lagern ist die max. zulässige Temperatur abhängig von der Fettauswahl und der Materialbeschaffenheit der verwendeten Dichtungen).
Ebenfalls ist bei Lagern mit Kunststoffkäfigen die zulässige Betriebstemperatur zu beachten. Bei höheren Betriebstemperaturen sind besondere Wärmebehandlungen erforderlich. 

  • S1 Betriebstemperatur max. + 200 °C *
  • S2 Betriebstemperatur max. + 250 °C *
  • S3 Betriebstemperatur max. + 300 °C *
  • S4 Betriebstemperatur max. + 350 °C * 

* Diese Temperaturklassen werden der Lagerbezeichnung als Nachsetzzeichen angehängt.

Nachsetzzeichen

K konisch α = 1/12.

A Berührungswinkel von 25°

B Berührungswinkel von 40°

C Berührungswinkel von 15°

TN Käfig aus glasfaserverstärktem Polyamid

2RS Dichtscheiben auf beiden Seiten.

ZZ Deckscheiben auf beiden Seiten.